Monthly Archives: Juni 2017

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Bericht Salzmann-Cup 2017

Der diesjährige Salzmann Cup sollte schon im Vorfeld mehrere Highlights mit sich bringen. Zum einen fand er zum zweiten Mal am „ältesten Flugplatz der Welt“, nämlich im brandenburgischen Stölln, ca. 75 km Luftlinie Nordwestlich von Berlin statt. Der Ort an dem von 1894 bis zu seinem tödlichen 1896 Unfall Otto Lilienthal den Gollenberg für seine Flugversuche nutzte. Zum anderen feierte mit der neuerlichen Ausrichtung nach 2007 der KFAO (Kunstflug-Förderverein Aufschwung Ost) sein 10 jähriges Bestehen.

Diese und diverse andere Gründe, die immer für eine Teilnahme an einem Segelkunstlflug Wettbewerb sprechen, ließen mich und meine Verlobte Linda Braun, die weite Anreise von Essen gerne auf uns nehmen.Linda nahm bei diesem Wettbewerb das erste Mal als Schiedsrichterin an einem Kunstflug-Wettbewerb teil. In dem rein von Frauen dominierten Schiedsrichtergespann um Chef-schiedsrichterin und Bundestrainerin Franziska Kaiser schlug sie sich sehr beachtlich.

Ein Jahr vor meinem eigenen 10 jährigen Wettbewerbsjubiläum bin ich mit großen Erwartungen zu diesem Salzmann Cup angetreten.  Es fanden sich neben dem bekannten und erfolgreichen Nationalmannschafts Mitglied Eberhard Holl und Nachrücker bei der diesjährigen WM Gisbert Leimkühler, zwar eine Reihe sehr erfahrener Mitbewerber im Teilnehmerfeld. Allerdings ließ ein Blick in die Teilnehmerliste im Vorfeld schon die Vermutung zu, dass dieses Jahr eine Platzierung unter den Top 5 der angetretenen 15 Teilnehmer in der Unlimited Klasse möglich wäre.

Und so reisten Linda und ich am Dienstag den 13.06.17 mit großer Erwartung, aber wie immer auch einer Menge Vorfreude auf das Wiedersehen mit alten Bekannten nach Stölln.Dort angekommen wurde auf Grund der fortgeschrittenen Stunde nur noch der Wohnwagen „aufgerüstet“, und wir haben den Abend gemütlich bei Vitaminhaltigen Getränken und einem kühlen Bierchen ausklingen lassen.

 

Am Mittwoch sollte sich glücklicherweise noch die Möglichkeit ergeben, die Box im Rahmen eines Trainingsstarts von oben zu begutachten. Die dabei wichtigste gewonnene Erkenntnis war: Der Gollenberg ist zwar „nur“ 60 Meter höher als der Flugplatz Stölln, kann aber damit bei einem bis 200 m AGL fliegbaren Vollacro-Programms schon zu einem echten Hindernis werden. Also kam es hier, neben dem meistens relativ starken Wind in der Box umso mehr auf eine gute Positionierung an.Am Mittwochabend wurde dann durch den Wettbewerbsleiter Thomas von Larcher, dessen Premiere in dieser Funktion als durchaus gelungen anzusehen ist, das Eröffnungs-Briefing abgehalten. Spätestens hier durfte jedem klar sein, dass seine entspannte aber dennoch zielgerichtete Art den Wettbewerb zu leiten zu einem erfolgversprechenden Gesamtpaket werden sollte. (Lediglich die Frage: „Du Thomas, wann gibt es eigentlich Abendessen“, sollte man ihm in Zukunft vielleicht besser nicht mehr stellen. J )

So starteten wir dann auch am Donnerstag in allen drei Klassen zu jeweils zwei Wertungsflügen. Das bedeutet im Klartext: Knapp 90 F-Schlepps mit insgesamt mehr als 12 Stunden Flugbetrieb waren die Basis für einen am Ende für die Rangliste gültigen Wettbewerb. Im ersten Wertungsflug der Unlimited hatte ich nach der Landung ein gutes Gefühl. Dass es am Ende jedoch für den Tagessieg reichen sollte, hätte ich mir so nicht gedacht. Jedoch war kaum Platz für euphorischen Jubel, denn ich musste ja sofort im Anschluss anfangen, mir die erste Unbekannte mental einzuprägen. Ein Programm, das spätestens am Vorabend veröffentlicht sein muss, aber dennoch keiner der Piloten vor dem Wertungsflug in der Luft ausprobieren darf.

In der Vergangenheit lagen mir die Unbekannten (von denen es bis zu maximal 4 in einem Wettbewerb geben kann) immer recht gut. Heute war ich jedoch vor dem Hintergrund von Platz 1 in der Free Known ein wenig aufgeregter als sonst. Am Abend stand ich, trotz Platz 5 im 2. Durchgang, immer noch auf Platz 1 der Gesamtwertung. Ein Vorsprung von 120 Punkten (bei bis dahin ca. 3.000 Gesamt-Punkten) den es nun bis nach der zweiten Unbekannten zu verteidigen galt. Am Freitag war auf Grund der Wetterbedingungen (Anfangs niedrige Basis gepaart mit Schauern- und ganztägig Wind in Böen bis ca. 65 – 80 km/h) an Segelkunstflug nicht zu denken. Jedoch bekamen die Wettbewerbsneulinge in der Sportsman-Klasse die Möglichkeit, mit einem erfahrenen Safety-Piloten, an Bord der ausschließlich genutzten Doppelsitzer, sich bei diesen Bedingungen mal zu beweisen. Da allerdings die Schiedsrichter nicht im Stande waren, die teilweise weit außerhalb der Box dargebotenen Flüge zu bewerten, wurde der als Wertungsdurchgang von drei Teilnehmern begonnene Tag hinterher zum reinen Trainingstag erklärt. Eine Entscheidung die sicherlich im Sinne des „Einsteiger-Wettbewerb“ Salzmann Cup war.

Am Samstag den 17.07. sollte es dann für alle ernst werden. Die Wetterbedingungen ließen einen Wertungslauf in allen drei Klassen zu. Und somit stieg die Spannung, vor allem in der als letzte der drei Klassen angetreten Unlimited Mannschaft bis zum Abend. Für mich bedeutete die späte Startnummer 14 sicherlich einen Vorteil im Gegensatz zu einer frühen Startnummer. Konnte ich mir doch so den Windversatz des immer noch nicht ganz eingeschlafenen Windes bei den anderen Teilnehmern in Ruhe anschauen, um diese Erkenntnisse in mein eigenes Positioning umzusetzen. Als ich abends um ca. 18 Uhr in sowohl thermischer als auch dynamisch immer noch ziemlich lebhafter Luftmasse abhob, war meine Aufregung im Vergleich zu sonst auf einem eher überdurchschnittlichen Maß. Die vor mir gestarteten direkten Verfolger hatten allesamt eine gute bis sehr gute Leistung abgeliefert. Und so reichte es nicht, mit dem Anspruch „nur“ fehlerfrei zu bleiben. Ich musste es schon ein wenig „krachen lassen“. Aber das ganze so sicher, dass mir unser Fox aus keiner Figur herausfallen durfte. Denn eine HZ (Hard Zero – für falsch geflogene Figur) wollte und durfte ich mir jetzt nicht mehr erlauben. Nach dem „abwackeln“, was das Ende des zu fliegenden Programmes für die Schiedsrichter andeutet, wusste ich, es müsste jede Figur wertbar gewesen sein. Ich konnte mir deswegen den ersten Jubelschrei über Funk nicht verkneifen. Und als kurze Zeit später die Wertungen online waren, und mein Name immer noch ganz oben stand, wurde mir klar, dass ich diesen Wettbewerb zum ersten Mal seit ich 2012 in der höchsten Wettbewerbsklasse antrete, gewonnen habe.Die abendliche Abschluss Party zur Feier des 10 Jährigen Bestehens des KFAOs wurde dann natürlich auch ausgiebig dazu genutzt, diesen Sieg und auch alle anderen Teilnehmer zu feiern…….

Am Sonntag um 10 Uhr früh hatte die Wettbewerbsleitung dann zur Siegerehrung geladen, an der manch einer der Piloten selbst in der schattigen Halle lieber mit Sonnenbrille teilgenommen hat. Es war insgesamt betrachtet ein wunderschöner, perfekt organisierter und vor allem wie immer unfallfreier Wettbewerb, an dem ich mit großer Freude und maximalem Erfolg teilnehmen durfte.Ich möchte mich hiermit auch nochmal ausdrücklich bei meiner Verlobten Linda Braun, dem Wettbewerbs-Leiter, seinem Orga-Team, den Schlepp-Piloten sowie dem gesamten Schiedsrichter- und Auswerter Team für die geniale Unterstützung bedanken. Ohne euch könnten wir Piloten nicht so einem tollen Sport auf Wettbewerbsniveau nachgehen.

Nächstes Jahr muss ich dann so wie Marvin Woltering in diesem Jahr, zumindest als Sieger den Wanderpokal an den nächsten Sieger übergeben. Aber mal sehen, vielleicht nutze ich auch den Salzmann- Cup 2018 wieder, um über das verlängerte Wochenende um Fronleichnam mit einem Minimum an Urlaub, trotzdem einen Wettbewerb fliegen zu können, dessen besonderes Flair das Miteinander von „alten Hasen“, mit dem jungen (und auch teils nicht mehr ganz so jungem) Nachwuchs in der Sportsman Klasse ist. Ich selbst durfte bei zwei Piloten in der Avance Klasse als Safety Pilot mitfliegen. Diese Möglichkeit sehen die Regularien eigentlich nur bei den „Sportys“ vor, jedoch haben sich Piloten und Wettbewerbsleitung, meiner Meinung nach, richtigerweise auch für diese Ausnahme ausgesprochen. Denn wenn es um Flugsicherheit geht, sollten wir uns auch in Zukunft nicht an starre Wettbewerbs-Regeln klammern, sondern eher den Nachwuchs fördern, so wie es hier in Stölln in vorbildlicher Weise stattgefunden hat.

Bis zum nächsten Mal – Sebastian Dirlam aka. „Dideldum“ 😉

 


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Fliegen mit 14 – Ein Bericht des WDR

Unser jüngster Pilot wurde von der Presse einen Tag lang begleitet und etwas „durchleuchtet“.

Den Beitrag findet Ihr auf der Facebookseite des WDR: zum Video

Zitat WDR: Fliegen – für einen 14-Jährigen ein ungewöhnliches Hobby. Moritz Bäumken kennt jedes Detail an seinem Segelflieger und bewältigt bereits seine ersten Alleingänge in schwindeligen 900 Meter Höhe.


Sie möchten Ihre Heimat einmal von oben sehen und mitfliegen? Kein Problem!