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Hang- und Wellenflug am 05.12.2015

Eigentlich ist die Segelflugsaison seit dem 31. Oktober mit dem alljährlichen Abfliegen beendet und die Flugzeuge längst in der Halle zur Winterarbeit deponiert. Jedoch bescherte uns das Wetter durch ein ausgeprägtes Islandtief am ersten Dezemberwochenende einen strammen südwestlichen Wind, dieser bot optimale Bedingungen für den Hangflug im Weserbergland. Wenn starker Wind in einem 90° Winkel auf einen Hang trifft wirkt dieser wie eine Sprungschanze und lenkt die Luft nach oben ab, somit kann man unabhängig von der normalen Thermik, welche Sonneneinstrahlung benötigt, über dem Hang im abgelenkten Wind fliegen.

Diese Möglichkeit wollten sich Christopher Schulz vom LSV Dinslaken, Kilian Tenorth und Jan-Philipp Gliese vom LFV Bottrop nicht entgehen lassen und entschlossen sich kurzer Hand zum ca. 200 km entfernten Hang nach Porta Westfalica zu fahren. Freitagabend am 04.12.15 wurde der Schulungsdoppelsitzer Twin Astir wieder in den Anhänger verladen und abfahrbereit gemacht. Samstagmorgen gegen 06:45 Uhr ging es dann endlich los, die Flieger standen um halb 11 aufgerüstet und startbereit in der F-Schleppreihe am Flugplatz Porta-Westfalica.

Der Twin Astir in der Startaufstellung

Der Twin Astir in der Startaufstellung

Insgesamt waren knapp 40 Flugzeuge angereist um den windigen Tag zu nutzen, sodass es nach einer kurzen Wartezeit um 11 Uhr endlich in die Luft ging. Nach dem F-Schlepp auf gerade einmal 300 m ging es direkt in den Hangaufwind. Durch die starke Strömung trug der Hang bis auf eine Höhe von ca. 400m, was die etwas überfüllte Situation durch die große Anzahl an Flugzeugen etwas entspannte. So konnte problemlos der ca. 60 km lange Höhenzug von Lübbecke bis zum Süntel (nördlich von Hamel) ausgeflogen werden, was auch für den 100 km Überlandflug von Kilian genutzt wurde, der dadurch nach erfolgreicher Theorieprüfung im Frühjahr seine Segelflugausbildung durch die praktische Prüfung abschließen kann. Durch den starken Wind konnte an diesem Tag aber noch ein anderer Effekt genutzt werden. Die vorlagerten kleinen „Hügel“ ließen im Wesertal eine Leewelle entstehen ( Das Phänomen zum Nachlesen: hier und hier ).

Formationsflug Porta

      Die ASW20 vom LSV Dinslaken

Christopher Schulz konnte diese mit seiner ASW 20 schon früh nutzen und berichtete von anhaltenden guten Steigwerten bis über 2500 m. Kilian und Jan-Philipp brauchten mit dem Twin Astir jedoch einige Anläufe um in die Welle zu gelangen, da der Vorflug gegen den Wind ins Wesertal auf Grund der deutlich schlechteren Gleitleistung viel Höhe kostete und eine Außenlandung vermieden werden sollte. So war nach mehrmaligem Abbruch der Wiedereinstieg zum Hangflug weit unter Hangkante ein spannendes Unterfangen, konnte mit dem „schweren Schiff“ aber sicher gemeistert werden. Beim fünften Anlauf klappte es dann schließlich und so wurde der Flug doch noch mit einem tollen Ausblick aus 2300 m Höhe belohnt. Die 4 h Flugzeit im Dezember haben das sehnsüchtige Warten auf die kommende Saison etwas erleichtert und wurden erfolgreich für die Hangflugeinweisung, Wellenflugeinweisung und den 100 km-Flug von Kilian mit sicherlich unvergesslichen Eindrücken genutzt.


Sie möchten Ihre Heimat einmal von oben sehen und mitfliegen? Kein Problem!